Ophrys lutea

 

Hier am Pilion blühen die ersten Orchideen einen guten Monat früher als in der Schweiz. 

Lange habe ich die Blattrosetten schon auf meinen Spaziergängen entdeckt. Ich wunderte mich, was am Ende daraus werden würde, und vermutete vage die Gattung. Nun bin ich bei den blühenden Pflanzen teils etwas ratlos. Ophrys lutea ist schon mal sicher, aber bei den Subspezies oder eben doch eigenständigen Arten ist man sich wohl noch nicht einig geworden. Ich tendiere bei diesem Foto zu Ophrys lutea subsp. phryganae, aber das ohne Gewähr. 

Aber um zu den Fotos zurückzukommen: Ich habe mich seit einer Weile intensiver mit dem Fokus-Stacking, also dem Übereinanderlegen mehrerer Fotos, bei denen die Fokussierung jeweils ein kleines Stück verlegt wird, beschäftigt. Dies verbindet für mich das Ästhetische mit dem Wissenschaftlichen, also in etwa das Schöne mit der Faszination für Details. Meine Bibliothek dankt es mir zwar nicht gerade, denn der Speicherplatz wird immer knapper, aber die Ergebnisse sind es mir doch meist Wert.

Frauenschuh

Die Frauenschuh Orchidee gehört zu jenen Orchideen, von denen auch viele Leute schon gehört haben, die sich sonst nicht für die Pflanzenwelt interessieren. Ihre Schönheit ist ihr nicht unbedingt gut bekommen, bedenkt man, dass ihre Populationen darunter leiden mussten, dass sie von Sammlern oft ausgegraben wurden. Da Orchideen von einem sehr komplizierten Gefüge von Bodenlebewesen abhängig sind, über welches man noch nicht sehr gut Bescheid weiss, sind solche Kulturversuche in der Regel zum Scheitern verurteilt. Bei der Frauenschuh Orchidee welche über 300 Jahre alt werden kann, sollte man auf derlei Aktionen natürlich lieber verzichten. Besonders, da sie doch mittlerweile sehr selten geworden ist. Mittlerweile werden sie jedoch erfolgreich vermehrt, um so natürliche Populationen zu stärken oder neue zu gründen.

Goodyera repens

Die borealen Nadelwälder im Osten Norwegens zeichnen sich zwar nicht durch besonders artenreiche Vegetation aus, einige Orchideenarten, die man in der Schweiz eher selten sieht sind hier jedoch ziemlich oft zu finden. Besonders das kleine Zweiblatt habe ich oft entdeckt. Aber auch Goodyera repens, das kriechende Netzblatt, findet man stellenweise sehr häufig. In der Schweiz habe ich es bisher nie blühend gefunden, auch wenn ich denke, dass man in Kandertal oder in Unterengadin sicher welche finden würde. Hier in Norwegen, habe ich es auf jeden Fall dann endlich einmal geschafft.

Die Flora rund um Hjerkinn

Das Gebiet rund um Hjerkinn, von wo aus man die Moschusochsen im Dovrefjell-Sunndalsfjella Nationalpark gut erreicht, ist floristisch sehr spannend. Hier gibt es teilweise basische Gesteine. Auch wenn ich den Sommer über oft keine Zeit hatte, bin ich doch ab und zu hin gefahren um etwas zu botanisieren und um zu fotografieren. Die Bilder hier sind alle direkt an einem Parkplatz entstanden. Besonders Carex microglochin (links), war für mich eine schöne Entdeckung. Diese Segge habe ich letztes Jahr in der Schweiz vergebens gesucht, hier war sie jedoch recht häufig zu finden. In der Mitte ist Juncus arcticus, rechts Carex buxbaumii zu sehen.